Wallfahrt

P-Seminar Auf den Spuren Jesu und das moderne Israel 2019/21

Schöner Erfolg für P-Seminar Katholische Religionslehre

Schöner Erfolg für das P-Seminar Katholische Religionslehre der Q11 Auf den Spuren Jesu und das moderne Israel beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung der Bundeszentrale für politische Bildung. Es gewann ein Preisgeld von 1250 €, einen 3. Platz bzw. 2. Preis mit einem Reportagebeitrag mit Interviews, Animationen, Straßenumfragen und Moderation zum Thema Antisemitimus in der Kategorie 6 Politik brandaktuell.
An dem größten deutschsprachigen Schülerwettbewerb nehmen jedes Jahr circa 50000 Schüler mit 2500 Beiträgen teil.

Pressemitteilung des KM

Pressemitteilung und Wettbewerbsseite der Bundeszentrale für politische Bildung

 

Für die Interviews stellten sich dankenswerter Weise Dr. Ludwig Spaenle (Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe), Oberstaatsanwalt Andreas Franck (Antisemitismusbeauftragter der Generalstaatsanwaltschaft München), Yehoshua Chmiel, (Vizepräsident der Israeltischen Kultusgemeinde München und Oberbayern) und Felix Balandat, (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern RIAS Bayern) zur Verfügung.

Screenshot von Dr. Ludwig Spaenle, Antisemitisbeauftragter der bayerischen Staatsregierung

Statements aus der Schülerwerkstatt

„Um die Termine für die Interviews auszumachen, war die erste Aufgabe, Kontakt aufzunehmen. Meist war ein Kontakt hierzu im Internet zu finden, oder Personen, die wir bereits interviewt hatten, haben uns weitere Ansprechpartner empfohlen. Für die meisten Termine haben wir uns per Mail gemeldet, kurz erklärt, worum es geht, und anschließend um Rückantwort gebeten. Oft wurden wir weiter verwiesen, um uns bei einer anderen Adresse zu melden, manchmal kamen auch direkte Terminvorschläge zurück. Darauf folgte dann meist eine kurze Kommunikation per Mail, SMS oder Telefon, bis dann der endgültige Termin des Interviews vereinbart war. Die größte Schwierigkeit hierbei war, erst einmal den passenden Ansprechpartner zu erreichen und oftmals waren auch ein paar mehr Mails und Anrufe nötig, die wir verfassen beziehungsweise tätigen mussten.“

Konstanze Eidenschink

„Wenn man einen Spielfilm schneidet, dann hat man alle Szenen, die benötigt werden um die Handlung wie sie im Skript steht zu erfüllen. Bei einer Reportage allerdings, ist dies nicht so einfach, da man zwar in einem Interview so fragen kann, dass die Antwort der befragten Person in etwa in das Konzept des Films passt, welches man sich zuvor zurecht gelegt hat, jedoch kann man nicht vorhersehen wie die Interviewpartner antworten. Beim Schneiden gilt es dann das gesammelte Material zu sichten und die essenziellen Aussagen der jeweiligen Interviews herauszufiltern. Danach versucht man die Antworten der Interviewpartner in eine gesamtstimmige Reihenfolge zu bringen.

Ich persönlich habe das Skript nur als eine Art Leitfaden genutzt, von dem ich während des Schneidens allerdings häufig abgewichen bin, da es nicht so gepasst hätte beziehungsweise anders stimmiger war. Um die Antworten der einzelnen Personen richtig verbinden zu können braucht man Überleitungen. Mir persönlich wurde es zu einer bewährte Vorgehensweise, die Überleitungen erst nach den Interviews zu erstellen, da man zu dem Zeitpunkt die Antworten bereits kennt und die Überlegungen so formulieren kann, dass sie zu den Aussagen aus dem Interview passen. Während der Audio-Überleitung muss man Schnittbilder einfügen um das ganze ansehnlicher zu gestalten. Zur Darstellung von Sachverhalten empfiehlt es sich oft Grafiken oder Statistiken einzubauen, da diese Sachverhalte einfach darstellen und für Abwechslung im Film sorgen. Letztendlich gilt es zu überprüfen, ob alle Aussagen, Überleitungen, Schnittbilder und Grafiken ein stimmiges Gesamtergebnis abgeben. Es empfiehlt sich den Film mit einem Denkanstoß für die Zuschauer zu beenden, um somit die Thematik in den Köpfen der Betrachter noch einmal aufkommen zu lassen.“

Quirin Brunner

Nick hat als Moderator  Informationen an die Zuschauer übermittelt und ich als begleitende Stimme aus dem Hintergrund. Zunächst dachten wir, dass das eine Arbeit von wenigen Minuten werden würde, doch dann  würde uns bewusst wie anspruchsvoll unsere Aufgabe war. Erst durch unsere eigenen Erfahrungen merkten wir wie viel Arbeit und Zeit in so einem Job steckt und, dass es gar nicht so einfach ist wie man denkt einen längeren Text fehlerfrei und mit einer angenehmen Geschwindigkeit und Stimme vorzulesen. Wir haben auch allgemein die gesamte Arbeit, die in einer solchen Reportage steckt, gelernt wertzuschätzen und hatten viel Spaß daran auch an den anderen Produktionsschritten ein wenig mitzuwirken und somit auch mal einen Blick hinter die Kulissen und Aufgaben wie Interviews aufnehmen, Schnittbilder aufnehmen etc. werfen zu können.

Jan Rüter

Das Thema, das wir für unser Filmprojekt ausgewählt haben, war insofern thematisch interessant, da es uns allen sehr anschaulich die Präsenz von Antisemitismus, speziell hier in Deutschland, vor Augen geführt hat. Auch wenn das Thema nicht täglich öffentlich in den Nachrichten behandelt wird, so ist es doch omnipräsent. So stellen zum Beispiel sozialen Medien, die wir in unserem Alltag stark nutzen, eine der größten Plattformen für Hassbotschaften und antisemitische Hetze dar.

Die Aktualität und Dringlichkeit wurden uns auch durch Interviews bewusst, bei denen wir mit Persönlichkeiten wie Dr. Ludwig Spaenle oder dem Oberstaatsanwalt Andreas Frank persönlich sprechen konnten, um ihre Meinung zu der Situation zu erfahren.

Lena Künstner, Annika Gfall

Das Arbeiten im Team kann man eigentlich nicht als eine „Arbeit“  bezeichnen. Damit ein Film von der groben Idee bis zum fertig geschnittenen Endprodukt gelangen kann, bedarf es an Durchhaltevermögen und Konzentration. Wir hatten Glück, dass die Film-Gruppe bereits ein gut eingespieltes Team war, was die Arbeit um einiges erleichterte. Man konnte sich auf jeden verlassen und sicher sein, dass jeder die ihm zugeteilte Aufgabe so gut wie möglich verwirklichte. Es hat uns sicherlich noch enger zusammengeschweißt und unsere Teamfähigkeit verbessert.

Julia Schmidt

Auf den Spuren Jesu und das moderne Israel

Gruppenbild in Qumran

22.10. – 29.10.2017 mit dem P- Seminar Wallfahrt aus dem Oberstufenjahrgang 2016/18.
Diese Fahrt wurde gefördert vom Bayerischen Jugendring

Reiseverlauf:

22.10: Anreise

23.10: Am See Genezareth

  • Berg der Seligpreisungen
  • Brotvermehrungskirche Tabgha: Besichtigung, Gespräch mit Pater Matthias, Besichtigung der Begegnungsstätte Beit Noah, Teilnahme an der Mittagshore
  • Primatskapelle
  • Karfanaum: Synagoge, Haus des Petrus
  • Tiberias

Unser erster Morgen im Heiligen Land begann mit einer Wanderung, die uns zum Ort der Brotvermehrungskirche führte. Dort, wo Jesus mit 2 Fischen und 5 Broten 5000 Menschen satt machte (Johannes 6), kümmerte sich Pater Matthias um uns wie ein Hirte um seine Schafe. Er zeigte uns die Priorat Tabgha der Benediktinerabtei Dormitio, die ein Pilgerhaus unterhält und mehrere Sozialprojekte betreibt.

24.10: Berg Tabor und Nazareth

  • Verkündigungsbasilika
  • Marienzentrum

Tag 2 brachte uns nach oben, auf den Berg Tabor, den Berg der Verklärung Christi. Hier nahm Christus seine göttliche Gestalt an, während Mose und Elia erschienen. Lukas erzählt, dass sich die Jünger lange nicht trauten, diese Geschichte zu erzählen. Weil aber trotzdem ans Licht kam, wie Jesus strahlend weiß wurde, zieht es heute tausende von Touristen auf den Berg. Zwar ist nicht belegt, dass der Berg der historische Ort der Verklärung ist, doch der Glaube kann bekanntlich Berge versetzen.

25.10: Altstadt Jerusalem Schwerpunkt Christentum

  • Altstadt: Ölberg, Gethsemani, Via Dolorosa, Grabeskirche
  • Yehuda Markt

Der dritte Tag brachte uns nach Jerusalem und unser Reiseführer, Samuel Kahn, brachte uns die Stadt am Nachmittag näher. Die „Stadt des Friedens“, wie Rabbiner, die Bedeutung des Wortes „Jerusalem“ gerne erklären, ist für alle drei abrahamitische Weltreligionen von immenser Bedeutung und leider nicht immer so friedlich, wie es sich alle Beteiligten wünschen würden. Die Stadt pulsiert – und wird manchmal auch zum Pulverfass.

26.10: Jerusalem mit Schwerpunkt Judentum

  • Yad Vashem, Herzlberg
  • Altstadt: Armenisches Viertel, Hurva Synagoge, Geschichte des Judentums, Klagemauer

„Yad Vashem“, das heißt auf Deutsch „Ort und Name“, ist die bedeutendste Erinnerungsstätte an den Holocaust, die systematische Ermordung von 6 Millionen Juden. Wir nehmen uns Zeit an diesem Tag, denn es geht vor allem um die Einzelschicksale, um die Namen der Opfer. Nach 4 Stunden haben wir uns durch die Gedenkstätte durch- und Schicksale aufgearbeitet. Am Nachmittag widmeten wir uns noch den Wurzeln der Religion und dem wichtigsten jüdischen Heiligtum, der Klagemauer. Dort steckten wir einen Zettel zu den vielen anderen und realisierten, dass die Welt nie wunschlos glücklich sein wird. „Ich gebe meinen Geist in euch, dass Leben in euch kommt“, steht am Ausgang von Yad Vashem – ein Vers der trotz allem Hoffnung macht, den Lebenden und den Toten.

27.10: Geschichte Israels

  • Herzlmuseum: Multimediashow zum Zionismus
  • Israelmuseum: Archäologie, Modell des zweiten Tempels, Schrein des Buches, Judaica und jüdische Ethnographie
  • Dormitio-Abtei: Gespräch mit Pater Elias und Abendhore

Am Morgen des 5. Tages besuchten wir das Herzl-Museum. Theodor Herzl ist der Begründer des modernen Zionismus, sein Grab liegt am höchsten auf dem Militärfriedhof Israels. Was als Traum eines einzelnen Mannes begann, ist heute Realität, die Idee des Judenstaates ist heute verwirklicht.Bevor mit dem Sabbat die vollkommene Ruhe kam, hatten wir noch eine Verabredung mit Pater Elias in der Dormitio Abtei. Es gab einen interessanten Dialog und wir waren alle sehr überrascht, wie weltoffen sich dieser gab. Danach kehrten wir zurück zum Hotel und genossen die Ruhe. Am Sabbat ist Jerusalem wie ausgestorben und wir konnten uns ausruhen für unseren letzten ganzen Tag im heiligen Land.

28.10: Bethlehem, Qumran, Totes Meer 

  • Bethlehem: Geburtskirche, Katharinenkirche, Grotten, Internationales Begegnungszentrum Dar Annadwa, Markt, Mauer, Schlüssel und Flüchtlingslager, Beit Jala
  • Qumran: Archäologische Ausgrabung
  • Tote Meer: Kalia Beach

. Im Dialog mit palästinensischen Christen wird uns klar, wie stark das Land gespalten und getrennt – in Tel Aviv entwickelt man Nanotechnologie, in Bethlehem ist die Kanalisation erst vor zehn Jahren gebaut worden. Wir sangen noch Stille Nacht an dem Ort, an dem Jesus geboren wurde und fuhren dann weiter, zum tiefsten Ort der Welt. Am Toten Meer ist ein lebendiges Treiben, wir badeten und genossen den Sonnenuntergang auf der Rückfahrt durch die Wüste des Heiligen Landes.

29.10: Tel Aviv

  • Tel Aviv: Strände, Märkte
  • Abreise

Am Tag der Abreise hatten wir noch ein paar Stunden in Tel Aviv zur Verfügung, welche wir in kleineren Gruppen nutzten. Einige genossen das gute Wetter am Strand, andere tätigten Einkäufe um ihre verbleibenden Schekel loszuwerden, der Rest suchte auf dem dortigen Markt nach Souvenirs. Pünktlich trafen wir uns dann alle am Bus um die Heimreise anzutreten.

Wir sind voller Erfahrungen zurückgekommen, voller Geschichten, traurigen und fröhlichen, von Frieden und Krieg, von Leben und Tod. Israel bringt sie alle zusammen, an einem Ort.

 Text: Friedrich Wicke, Nicolas Röver; Bilder: Florian Schuster Q12

Reflexionen der Schüler

…„Natürlich ist es kein typischer Urlaub, aber wenn man an dem Konflikt interessiert ist, der sich um dieses Land bildet und es spaltet, ist Israel eine Reise wert. Vor allem wenn man den Streit um Jerusalem verstehen will, muss man dort gewesen sein. Indem man merkt, wie nah die einzelnen Religionen in der Altstadt aufeinander liegen, kann man die immer wieder entstehenden Reibereien verstehen. Es war eine sehr bewegende, informative und aufregende Reise. …“

„… Die ersten drei Tage am See Genezareth haben mir gut gefallen. Die langen Fußmärsche machten mir nichts aus, im Gegenteil gaben sie einem sogar Zeit zum Nachdenken. Auch die Andacht abends am Seeufer fand ich sehr schön. Diese ruhige Zeit empfand ich als einen guten Gegenpol zu dem Trubel und den vielfältigen Eindrücken in Jerusalem. So hatte man während der ersten drei Tage auch Zeit etwas in sich zu gehen oder aber auch mit den Mitreisenden über tiefgründige Themen zu reden. In Jerusalem fiel mir dies schwer, da ich jeden Tag so viele neue, interessante Sachen lernte und entdeckte und insgesamt einfach von dieser Stadt überwältigt war. Ich werde nie den Moment vergessen, als wir oben auf dem Ölberg angekommen waren und ich das erste Mal meinen Blick über das Stadtbild Jerusalems schweifen lassen konnte. In der Sonne glänzte die goldene Kuppel des Felsendoms, unter mir lagen die weitläufigen, steinernen Gräber der jüdischen Bevölkerung und parallel rief ein Muezzin zum Mittagsgebet. Ich war sprachlos. Dieses Zusammentreffen dreier teilweise so unterschiedlichen Religionen und Kulturen faszinierte mich jeden Tag aufs Neue. ….“,

„… Außerdem fand ich Orte wie beispielsweise den Shuk in Jerusalem und Tel Aviv sowie in Bethlehem besonders eindrucksvoll. Hier war für alle Sinne etwas dabei: Verschiedene Gerüche von Speisen oder Gewürzen, unterschiedliche Essenstände die oft recht preiswert waren, die vielen farbenfrohen Waren und Stände sowie das laute Getümmel und die Rufe der Marktschreier. …“

„…Einer meiner Wünsche, nachdem Israel als Reiseziel feststand, war es, einen eigenen Eindruck über das Leben vor Ort zu erhalten. Ich für meinen Teil hatte nur das mediengeprägte Bild von Israel, und vor Allem das von Jerusalem als einem Ort vor Augen, an dem die verschiedenen Kulturen und Religionen nur in einem sehr schwierigen Verhältnis miteinander auskommen. Dieser Eindruck hat sich durch unsere Reise nicht vollständig bestätigt. … Es war eine einzigartige Erfahrung, an den Orten gewesen zu sein, von denen die Bibel berichtet. Das macht die Erzählungen von Leben und Wirken Jesu und den von ihm gewirkten Wundern greifbarer und ermöglicht das Ganze aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. …“

Ausgewählte Bilder:

Weitere Reflexionen:

“ …Für mich war unsere Wallfahrt eine Gelegenheit das Heilige Land auf eine besondere Art und Weise kennenzulernen. Abseits von den üblichen Touristenpfaden durch das Land, die wohl eher der Abschreckung als Nähe zu Gott demonstrieren, fand ich vor allem in den Gesprächen in der Dormitio Abtei oder auch in Bethlehem die Möglichkeit das Heilige Land zu erfahren. Auch bei unserer kleinen „Wanderung“ am ersten Tag durch die galiläische Landschaft hatte ich das Gefühl auf einer besonderen Reise zu sein. Dieser Augenblick war für mich ein Schlüsselerlebnis auf der Pilgerreise (im Sinne eines Fußwegs zu Gott). Doch nicht nur die christlichen Aspekte unserer Wallfahrt haben es mir sehr angetan. Auch die Gespräche mit Israelis und Palästinensern waren für mich sehr spannend. …“

„… Nach der Rückkehr braucht es erstmal ein paar Tage, um das Gesehene und Erlebte zu verarbeiten. Was bleibt, ist einmal die Anerkennung der guten Lebenssituation in Deutschland, die vor allem im Hinblick auf die Palästinenser wertzuschätzen ist. Die Reise ermöglichte mir als gläubigen Katholiken dem Wirken, der Geburt und dem Tod und der darauffolgenden Auferstehung Jesu näher zu kommen, nicht nur physisch. Jede Reise bildet. Im Hinblick auf unsere Wallfahrt kann man dies mit voller Überzeugung behaupten. …“