Ohel- Jakob- Synagoge am Jakobsplatz

Ohel- Jakob- Synagoge am Jakobsplatz

Besuch im Schuljahr 2015/2016

Am 7.01.2016 besuchte die 9. Jahrgangsstufe die Ohel-Jakob-Synagoge, welche einen Teil des jüdischen Zentrums auf dem Jakobsplatz darstellt. Unsere Führung begann im jüdischen Gemeindezentrum, wo wir zunächst in verschiedene Aspekte der jüdischen Kultur eingeführt wurden. Dazu gehört natürlich auch das koschere Essen, was bedeutet, dass Juden keine Fleisch- und Milchprodukte zusammen essen; viele Familien haben zu diesem Zweck daheim sogar getrenntes Geschirr, getrennte Kühlschränke und getrennte Spülmaschinen und gehen in einem koscheren Restaurant essen, zum Beispiel im Restaurant Einstein, das sich auch auf dem Jakobsplatz befindet. Neben der Schule, dem Kindergarten und dem Kultur- und Jugendzentrum ist das Restaurant eine der vielen jüdischen Einrichtungen, die sich außer der Synagoge noch auf dem Jakobsplatz befinden. Dass dieses jüdische Zentrum seit dem 9. November 2006 wieder auf dem Jakobsplatz, im Herzen Münchens, seinen Platz hat, besitzt natürlich auch eine gewisse Symbolik.

 In die Synagoge gelangten wir vom Gemeindezentrum aus, unterirdisch durch den Gang der Erinnerung. Gestaltet wurde dieser von Georg Soanca-Pollak, einem Architekten. An der einen Wand steht die Zahl 6.000.000, die Anzahl der getöteten Juden in Europa während des zweiten Weltkriegs, umgeben von den Namen einiger Konzentrations- und Vernichtungslager, wie Dachau, Auschwitz, Birkenau und Theresienstadt. Darunter sticht der Satz „Und keiner sprach für sie das Totengebet“ hervor. Beim jüdischen Totengebet handelt es sich um eine wichtige Tradition und dieser Satz spielt darauf an, dass durch die Auslöschung ganzer Familien kein einziger Verwandter mehr zum Trauern verblieb. An der anderen Wand des Ganges sind beleuchtete Platten befestigt, auf denen unzählige Namen zu lesen sind. Es sind die der 4500 Münchner Juden, die während des 2. Weltkrieges deportiert wurden und nie wiedergekehrt sind. Hierbei sieht man jedoch nicht jeden Namen gleich stark, was symbolisch darauf hinweist, dass man diese Namen nicht einfach als Buchstabenfolge lesen, sondern erkennen soll, dass sich hinter jedem dieser Namen ein einzelner Mensch mit einem anderen Hintergrund, einer eigenen Geschichte und einem anderen schlimmen Schicksal befindet. Mit zwei Schulklassen in diesem engen Gang zu stehen und darüber nachzudenken, war sehr bewegend.

 In der Synagoge, vor deren Betreten sich die Jungen zunächst den Kopf bedecken mussten, nahmen wir in den Sitzreihen Platz, wo während der Gottesdienste für gewöhnlich die Männer sitzen. Die Frauen sitzen rechts und links seitlich erhöht. Unsere Betreuerin erzählte uns viele weitere wissenswerte Dinge, erläuterte uns die einzelnen inneren Elemente der Synagoge, wie den Tora-Schrein und die Menora, den siebenarmigen Leuchter. Wir erfuhren, wie ein gewöhnlicher Gottesdient am Sabbat, dem Feiertag der Juden, abläuft und auch, dass dieser meist drei Stunden oder länger dauert. Zu bewundern waren natürlich ebenfalls die komplett holzverkleideten Wände mit goldenen hebräischen Inschriften. Architektonisch ist beabsichtigt, dass die Synagoge vor allem von innen- wie uns auffiel- an ein Zelt erinnert, da ihr Name „Ohel-Jakob“ nichts anderes als „Zelt des Jakob“ bedeutet. Wir Schüler waren sehr interessiert und stellten viele weitere Fragen über die Synagoge und deren Gemeinde. Am Ende gab es für unsere nette und sehr gut informierte Betreuerin ordentlich Beifall.

Juna Icaza Wilfert, Klasse 9B im Schuljahr 2015/2016

Synaogogenbesuch_2015

Besuch  im Schuljahr 2014/2015

08.07.2015 – Am ersten Schultag nach den Pfingstferien hatten wir es im Vergleich zu anderen Klassen sogar noch ganz gut; während bei den Anderen der Unterricht schon wie gewohnt weiterging, durften wir eine Exkursion zur Synagoge „Ohel Jakob“ am St-Jakobs-Platz machen. Nach einer kurzen Einführung durch den Großvater einer Mitschülerin, wurden wir auch gleich unterirdisch vom Haupteingang des Gemeindezentrums durch den „Gang der Erinnerung“ zur Synagoge geführt. Während man diesen Gang entlang geht, ist man schockiert und beeindruckt zugleich: schockiert, da an der einen Wand die Namen von über 4400 Juden, die in der NS-Zeit ermordet wurden, stehen, aber auch beeindruckt, weil trotz all der Greueltaten die Schlagwörter auf der gegenüberliegenden Wand immer positiver werden, je näher man der Synagoge kommt. Dort angekommen, durften wir, nachdem alle Jungs und Männer eine Kopfbedeckung angezogen hatten, die Synagoge betreten. Insgesamt bekamen wir viel über den jüdischen Glauben erklärt, vor allem auch wie er in bestimmten Aspekten dem Christentum ähnelt, sich in anderen aber komplett unterscheidet.

Constanze Koch, 9b (Schuljahr 2014/2015)